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Igginger Krippe

Alles konzentriert sich auf Jesus

Igginger Krippe

In den Jahren nach 1895 wurde die Martinskirche mit Altären, Kanzel und Kreuzweg aus der Igginger Bildhauerwerkstätte Johannes Kaiser ausgestattet. Diese Werke fanden so große Zustimmung, dass bald auch der Wunsch nach einer Krippendarstellung laut wurde.

Zuerst fertigte die Werkstatt ein Modell an, das dem Kirchenstiftungsrat vorgelegt wurde. Genau nach diesem Modell wurde dann die Darstellung der Geburt Christi geschaffen.

Im Jahre 1902 wurde die Krippe erstmals in der Kirche aufgestellt, wobei der prächtige Stall in den Fünfziger- oder Sechzigerjahren einer Modernisierung zum Opfer fiel. Beinahe wären auch die Figuren verschwunden.

Um das Jahr 1990 wurde in der Arbeitsgemeinschaft Heimatgeschichte und Heimatpflege der Vorschlag gemacht, die alte Krippe wieder herzustellen.

Zum Glück war in der Familie Kaiser/Kraft das alte Modell noch vorhanden. Die Künstlerin Anne Kaiser erklärte sich bereit, mit einigen Helfern den Stall unentgeltlich wieder in seiner ursprünglichen form zu errichten. Nach monatlanger Arbeit konnte die Krippe an Weihnachten 1992 wieder originalgetreu aufgestellt werden.

Die Krippendarstellung in ihrer ernsten Frömmigkeit ist sicher durch die Kunstrichtung der Nazarener im 19. Jahrhundert beeinflusst. Hier ist keine Landschaft zu sehen, sondern im wesentlichen nur der Stall. Seine Aufgabe ist es, das heilige Geschehen der Menschwerdung Gottes wie auf einer Bühne zur Geltung zu bringen. Der symmetrische Aufbau des Stalles und die Anordnung der Figuren auf drei Ebenen im Kreis um Jesus herum dienen diesem Zweck.

Alles konzentriert sich auf Jesus. Eine weitläufige Landschaft würden diese Konzentration stören oder aufheben. Die bildhauerische Arbeit ist von hoher Qualität, ebenso die farbliche Fassung der Figuren. Die Kunsthandwerker oder Künstler waren wirkliche Meister.

Eine Nachahmung dieser Krippe wurde durch die drei Weisen aus dem Morgenland (Gipsfiguren aus der Werkstatt Phillip Kaiser) ergänzt. Auch Martin Kaiser erweiterte noch die Darstellung durch einen Hirten mit Dudelsack, einen Kameltreiber und einen kleinen Hirtenbuben. Weil er aber diesen nicht mehr fertig stellen konnte, arbeitete seine Tochter Anne daran weiter, deren „Handschrift“ sich an dieser Figur nicht verleugnen lässt.

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