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Rathaus Aktuell

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Laien leisten Lebenswichtiges

Riesiges Interesse an der DRK-Aktion „1000 neue Lebensretter“ in Iggingen

Der Andrang in der Igginger Gemeindehalle war riesig. Mehr als 50 Teilnehmer waren zum Kurs der Aktion „1000 neue Lebensretter“ gekommen, die DRK Kreisverband Schwäbisch Gmünd e.V. und Stauferklinikum Schwäbisch Gmünd gemeinsam initiiert haben. Ziel der Interessierten: Sie wollten sich von Profis in der Laien-Reanimation schulen lassen.

Dr. Hans-Jörg Lorenz, Leitender Arzt des Zentrums für Intensivmedizin am Stauferklinikum Schwäbisch Gmünd, sowie die Igginger DRK-Bereitschaft um Bereitschaftsleiter Bernd Kuhn waren vor Ort und zeigten den Teilnehmern, wie sie beim Beobachten eines plötzlichen Herzstillstandes dem Betroffenen schnell und richtig helfen können. Vom Kontrollieren der Atmung bis zur vereinfachten Wiederbelebung wurden alle wichtigen Schritte genau erläutert, die notwendig sind, um im Ernstfall ein Leben zu retten.
Dr. Lorenz nannte in seinem Vortrag beängstigende Zahlen: Rund 100 000 Menschen versterben in Deutschland jährlich am plötzlichen Herztod. Während die Überlebenschance, außerhalb eines Krankenhauses einen Herzstillstand zu überleben, europaweit bei durchschnittlich 30 Prozent und in vielen westeuropäischen Ländern sogar über 50 Prozent liegt, beträgt diese in Deutschland nur knapp 10 Prozent.

Und dies liege nicht an mangelnder professioneller Hilfe durch die deutschen Rettungsdienste und Notärzte oder an einer zu geringen Zahl an Rettungswachen, so Dr. Lorenz. Die Ergebnisse zeigten, dass deren Leistung in Europa einen der vorderen Spitzenplätze einnehme.

Ursache sei die mangelnde Fähigkeit und Bereitschaft der deutschen Bürgerinnen und Bürger, mit einer Wiederbelebung (Reanimation) zu beginnen, bevor der Rettungsdienst kommt.

Dabei sei es wichtig, zu wissen: Jede Minute, die verstreicht, bevor mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen wird, senkt die Überlebenswahrscheinlichkeit um 10 Prozent. Wenn das Herz aufhört zu schlagen, kommt es nach drei Minuten zu Schäden am Hirn; der endgültige Hirntod tritt nach fünf bis sieben Minuten ein. In dieser kurzen Zeit kann der Rettungsdienst nur in Ausnahmefällen vor Ort sein. Es braucht den aktiven Mitbürger.

In anderen Ländern Europas wird viermal häufiger mit der Wiederbelebung durch Laien begonnen als in Deutschland.

Wenn in Deutschland die Anzahl der Reanimationen durch Laien auf das gleiche Niveau wie im Ausland gehoben werden könnte, könnten pro Jahr bis zu 10 000 Leben zusätzlich gerettet werden. Und: „Bis zu 70 Prozent dieser Patienten wären nach fünf Monaten wieder arbeitsfähig“, sagt Dr. Lorenz.

Aufgrund dieser erschreckenden Zahlen haben der DRK-Kreisverband Schwäbisch Gmünd e.V. und das Stauferklinikum Schwäbisch Gmünd ein gemeinsames Projekt begonnen. Dabei werden Bürgerinnen und Bürger der Region in der vereinfachten Wiederbelebung unterrichtet, die bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes völlig ausreichend ist. Zudem gilt: Der Besuch des Kurses ermutigt die Teilnehmer, im Ernstfall zu helfen.

Das Ziel der Aktion: 1000 neue Lebensretter für die Region Gmünd.

Zusatzinfo:
Dänemark wies im Jahr 2000 ähnlich schlechte Zahlen auf wie Deutschland. Unter anderem durch die Einführung von Reanimationsunterricht an den Schulen gelang es, die Anzahl der Laien-Reanimationen und die Überlebensrate zu verdreifachen. Aufwand: Pro Klasse zwei Stunden Unterricht in Wiederbelebung pro Jahr.

Nachdem die Teilnehmer theoretisch auf dem Laufenden waren, kam der praktische Teil des Kurses. Jeder Teilnehmer übte an einem Dummy die ersten Maßnahmen, die bei einem plötzlichen Herzstillstand zu ergreifen sind. Dabei wurde deutlich, dass die Herzdruckmassage sehr kräftezehrend ist und es im Idealfall mehrere Helfer gibt, die sich bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes abwechseln können.

Wichtiges Fazit des Kurses: Es gibt nur einen Fehler, den man in einer Notsituation begehen kann: Nichts tun!

DRK-Aktion "1000 neue Lebensretter" in Iggingen
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